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11.07.2017

// Mythen des Arbeitsmarkts:
Was ist wirklich wichtig bei der Jobsuche?

Jede Woche einen Tag netzwerken? Oder lieber die Zeit nutzen, um das LinkedIn-Profil zu pflegen? Zum Thema Stellensuche gibt  es viele gute Tipps – und ebenso viele Mythen. Was zählt wirklich? Wir fragten die Personalchefinnen zweier schwedischer Banken in Deutschland.

  
Tanja Groetzner                                   Bettina Pelikan
HR Business Partner Human               Head of Human Resources
Resources LC & FI Germany SEB AG   bei Handelsbanken Deutschland


Ist es wirklich so wichtig...
...ein tolles LinkedIn/Xing-Profil zu haben oder schaut sich das ein potentieller Arbeitgeber gar nicht an?

Bettina Pelikan: Wie immer, so auch hier – es kommt darauf an: Wer sich zeigen will, persönlich oder in der digitalen Welt, präsentiert sich, so dass er im Netzwerk getroffen bzw. gefunden werden kann. Mit allen bestehenden Onlineauftritten oder -Einträgen präsentiert man sich Dritten, damit auch tatsächlich interessierten oder potenziellen Arbeitgebern – aber eben auch mit allen nicht-bestehenden Auftritten. Heutzutage ist es für jeden interessierten Dritten selbstverständlich, zur Verfügung stehende Informationen im Netz auch zu nutzen. Wer also im beruflichen Kontext – nicht nur als potenzieller Bewerber, sondern vielleicht auch als Experte wahrgenommen werden möchte – sollte auf jeden Fall in den bekannten Online-Plattformen vertreten sein. Hilfreich ist es in diesem Zusammenhang, wenn das Profil aktuell und aussagekräftig ist. Allerdings würde ich auf zu viele Details verzichten. Diese formuliert man am besten situations- und adressatengerecht.

Tanja Groetzner: Es ist definitiv ein Pluspunkt, ein Profil auf LinkedIn oder Xing zu haben. Es wird als ergänzende Information gern heran gezogen und das Profil sollte deshalb gut gepflegt sein. Noch sprechen wir Kandidaten nicht aktiv über diese Netzwerke an. Die Bedeutung wird in den kommenden Jahren aber sicher weiter zunehmen.

Ist es wirklich so wichtig...
...sich persönlich bekannt zu machen und zu netzwerken?

B.P.: Entscheidungen werden von Menschen getroffen. Insofern ist es immer hilfreich, jemanden zu kennen, vielleicht auch jemanden, der wiederum andere kennt, die bei einem Anliegen von Nutzen sein können. Die Herausforderung ist, die richtigen Personen zum richtigen Zeitpunkt sowohl in der virtuellen Welt als auch persönlich zu erreichen. Wer aktiv und unterwegs ist, verbreitert seine Optionen ins Gespräch zu kommen, empfohlen zu werden oder einen neuen Kontakt herzustellen. Die gewählten Aktivitäten sollten in Bezug von Aufwand und Ertrag immer zielorientiert ausgewählt werden.

T.G.: Networking wird immer wichtiger. Wir stellen intern in der SEB fest, dass Networking ein entscheidender Faktor für Karrieren sein kann. Analoges gilt aus meiner Sicht auch für den externen Arbeitsmarkt. Ein persönlicher Kontakt in einem Unternehmen kann entscheidend sein für eine Einstellung, aber auch die Karriere innerhalb eines Unternehmens.

Ist es wirklich so wichtig...
...als Unternehmen Employer Branding zu betreiben, also die  Attraktivität des Unternehmens für Mitarbeiter darzustellen oder  dient das nur der Imagepflege?

B.P.: Bewerber informieren sich sehr intensiv über mögliche Arbeitgeber. Die Generationen Y und Z haben hohe Ansprüche was bestimmte Werte angeht, die sie bei ihrem Arbeitgeber vorfinden wollen; die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Diversität und Flexibilität. Eine gute Passung mit dem Unternehmen ist hier sehr wichtig. Insofern sollte Employer Branding langfristiger angelegt sein als eine Imagekampagne. Jeder Bewerber ist ein Multiplikator, besonders dann, wenn man ein Arbeitsverhältnis eingeht. Denn jeder erzählt gerne seinen Freunden von dem „neuem“ oder sogar dem „ersten“ Arbeitgeber. Auch vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und der permanenten Veränderungen am Markt sowie in den nachgefragten Profilen ist eine nachhaltige Markenbildung erforderlich, um die Attraktivität als Arbeitgeber beständig darzustellen und auch morgen die richtigen Bewerber anzusprechen. Employer Branding steht in enger Relation mit der Unternehmenskultur. Wesentliches Element der Unternehmenskultur bei Handelsbanken ist die Dezentralisierung. Zu uns passen Mitarbeiter, die daran interessiert sind, eigenverantwortlich, eigeninitiativ und motiviert Aufgabenverantwortung zu übernehmen.

T.G.: Meine Erfahrung ist: Employer Branding dient beidem. In der  Zukunft wird Employer Branding weiter an Bedeutung gewinnen, denn der „War of Talents“ steht uns zum großen Teil noch bevor und gerade für junge Absolventen spielt es bei der Wahl ihres Arbeitgebers eine immer größere Rolle, wofür ihr künftiger Arbeitgeber steht. Noch wichtiger ist aus meiner Sicht aber, dass das geschaffene Branding authentisch ist und ein Unternehmen wirklich für das steht, was es als Marke aufbaut.

Wie operieren Sie ganz konkret, wenn Sie Stellen zu besetzen haben?

B.P.: Das ist abhängig von der Position und der jeweiligen Marktsituation. Je speziellere Kenntnisse und Fähigkeiten erfüllt werden sollen, desto mehr Quellen werden in die Personalbeschaffung einbezogen. Generell gilt für die Besetzung der Grundsatz „intern vor extern“. Das setzt darin fort, dass auch Mitarbeiter angesprochen werden, aus dem eigenen Netzwerk mögliche Bewerber zu empfehlen. Neben online-Stellenanzeigen kann auch ein Headhunter beauftragt werden.

T.G.: Das kommt immer ein bisschen auf die zu besetzende Stelle an. Generell ist einer unserer Grundsätze, dass wir zunächst intern nach passenden Talenten für offene Vakanzen suchen, um unsere Mitarbeiter zu fördern und weiterzuentwickeln. Wenn es keinen geeigneten Kandidaten gibt, greifen wir tatsächlich gern auf externe Kontakte und die Netzwerke unserer Mitarbeiter zu. Daneben nutzen wir die gängigen Jobbörsen und bei anspruchsvolleren Positionen auch Personalberater.

Haben Sie persönliche Tipps für Jobsuchende?

B.P.: Eine berufliche Neuorientierung empfehle ich, als Projekt zu verstehen, planvoll und diszipliniert heranzugehen, umzusetzen und alternative Szenarien zu entwickeln. Ich würde zu Beginn sehr intensiv überlegen, was ich wirklich erreichen möchte, anhand dessen Kriterien definieren, um zu klären wie gut ich zu möglichen Unternehmen passe oder sie zu mir.  Vor allem würde ich klar herausarbeiten, was einen selbst in Bezug auf die Suche des Unternehmens auszeichnet, um sich von anderen Bewerbern abzuheben und zu differenzieren.

T.G.: Netzwerken, Xing und LinkedIn – wer auf Jobsuche ist, sollte  diese Kanäle unbedingt nutzen. Außerdem kann es hilfreich sein, sich mit Personalberatern in Verbindung zu setzen, um in deren  Kandidatenpool aufgenommen zu werden. Wenn diese eine passende Stelle zu besetzen haben, kommen sie dann auf die Jobsuchenden zu. Bei Bewerbungen auf konkrete Positionen sollte man darauf achten, dass die Bewerbung maßgeschneidert auf die  Position passt. Das fängt damit an, den in der Anzeige genannten Ansprechpartner namentlich und fehlerfrei anzuschreiben und die Motivation für das Unternehmen und die Position zu erklären. Blindbewerbungen machen nach meiner Erfahrung nicht viel Sinn, da sich der Bewerber so im Zweifel eine Absage einfängt, die mit seiner Qualifikation gar nicht unbedingt etwas zu tun hat. Besser ist es, vor einer solchen Bewerbung im Unternehmen anzurufen und zu fragen, ob es ggf. eine passende Stelle gibt.


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29.06.2017

// Erfolg in Deutschland: das neue magazin

Zahlreiche Unternehmen in Schweden erwägen, den Schritt auf den deutschen Markt zu wagen – jetzt spricht die Schwedische Handelskammer diese Zielgruppe erstmals mit einer schwedischsprachigen Publikation an.  „Framgång i Tyskland“ wird das neue Infomagazin heißen, das über die Aktivitäten der Schwedischen Handelskammer in Deutschland, über Angebote unserer Berater und Mitglieder und über die Erfolgsgeschichten unserer Unternehmenspreisträger informiert. Die Distribution erfolgt als Beilage der Zeitschriften der regionalen schwedischen Handelskammern und erreicht somit die Zielgruppe in ganz Schweden. Auch ausgewählte Konzernmütter von deutschen Tochtergesellschaften erhalten das Infomagazin, das einmal jährlich erscheint. 

Wollen Sie die Gelegenheit nutzen, Ihre Kundschaft, die sich auf den Weg nach Deutschland macht, anzusprechen und Ihre Kompetenz beim Markteinstieg anzubieten? Mit einer Anzeige  in ”Framgång i Tyskland” erreichen Sie die export-interessierten schwedischen Unternehmen,  die vielleicht die großen Player von morgen auf dem deutschen Markt sind.

Die Mediadaten finden Sie hier


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Schwedischer UnternehmenspreisSeit 2003 wird der Schwedische Unternehmenspreis in Deutschland vergeben. Schwedische Unternehmen, die erfolgreich in Deutschland Wurzeln geschlagen haben, haben gute Chancen auf den Preis, der in drei Kategorien vergeben wird. Finden Sie hier alle Informationen rund um Bewerbung und Verleihung, das aktuelle Programm sowie ein umfassendes Bilderarchiv der vergangenen Jahre.  Mehr