
Deutsch-schwedischer Austausch in der HafenCity bei Jahresmitgliederversammlung, Zukunftstag und Sommerempfang
Unter dem Motto „Crossing Borders – grenzenlose Kooperation“ standen Jahresmitgliederversammlung, Zukunftstag und Sommerempfang in der Hamburger HafenCity ganz im Zeichen von Begegnung, Zusammenarbeit und Perspektivwechsel. Schon das Veranstaltungskonzept spiegelte den Gedanken der grenzüberschreitenden Kooperation wider: Zwei Kammermitglieder öffneten ihre Räumlichkeiten nur einen Steinwurf voneinander entfernt und machten den Tag damit selbst zu einem Symbol der gelebten Vernetzung.
Rückblick aufs Kammerjahr und Neuigkeiten
Den Auftakt bildete die Jahresmitgliederversammlung bei ESCHE SCHÜMANN COMMICHAU, wo die Präsidentin der Kammer, Dr. Maria Wolleh, die Mitglieder begrüßte und gemeinsam mit dem Team der Geschäftsstelle auf das vergangene Kammerjahr und die Aktivitäten zurückblickte. Dabei wurde deutlich, wie breit und vielfältig das Netzwerk der Kammer ist: Rund 85 Veranstaltungen wurden online und vor Ort in Zusammenarbeit mit den Regionalgruppen, dem Junior Chamber Club und der Business Women’s Initiative sowie der Unterstützung durch die Mitgliedsunternehmen umgesetzt. Präsentiert wurden außerdem das neue Willkommensportal für Mitglieder, welches einen Überblick über Möglichkeiten des Engagements und Vorteiler einer Mitgliedschaft bietet, sowie die geplanten Merchandise-Artikel im Kammerlook. Zudem stellten sich die neuen Mentees vor, die für das diesjährige Mentoringprogramm ausgewählt wurden. Im Rahmen des New Member Pitches lernten die Teilnehmenden außerdem neue Mitgliedsunternehmen kennen.
Aus der Jahresmitgliederversammlung gingen einige personelle Veränderungen hervor: Aus dem Vorstand verabschiedet wurden Raghed Hannah (Getinge), Dirk Offermanns (Kinnarps) und Barbara Ziegler (JCC-Repräsentantin). Neu gewählt wurden Anna Sindahl als JCC-Repräsentantin sowie in Abwesenheit Andreas Reß (PostNord). Besondere Anerkennung erhielten langjährige Vorstandsmitglieder: Thomas Mengelkoch (Volvo) und in Abwesenheit Brigitte Ellerbeck (btu beraterpartner), die beide seit zehn Jahren im Vorstand engagiert sind, sowie Dr. Sven I. Oksaar (ALP Rechtsanwälte), der bereits seit 25 Jahren als Vorstandsmitglied aktiv ist.
Grenzübergreifender Arbeitsalltag der Kammermitglieder
Nach der Mitgliederversammlung folgte eine Fikapause – ganz schwedisch-hamburgerisch mit Kanelbullar und Franzbrötchen mit reichlich Raum für Austausch. Dieser Wechsel zwischen inhaltlichem Input und niedrigschwelligen Networkingmöglichkeiten zog sich durch den gesamten Tag und machte den Zukunftstag zu einem lebendigen Format.
Im Anschluss an die Fika drehte sich beim Zukunftstag alles um das Thema „Crossing Borders“. In mehreren Impulsvorträgen gaben Mitgliedsunternehmen Einblick in ihre tägliche Arbeit und zeigten, wie grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Praxis aussehen kann. Durch die Moderation von Alexander Hansen (Nordic Volt), der das Thema als gebürtiger Schwede gewissermaßen auch in seiner Identität trägt, erhielt das Programm eine besondere persönliche Note. Seine Einordnung brachte den Kern des Tages auf den Punkt: „Länder können auf der Karte quasi nebeneinander liegen, aber die Menschen können gänzlich unterschiedlich sein. Deswegen muss man menschenzentriert denken. Das ist das Geheimnis hinter Crossing Borders.“
Ein anschauliches Beispiel dafür lieferte er mit IKEA-Werbefilmen aus beiden Ländern, an denen sich unterschiedliche Marketingstrategien erkennen ließen. Sie zeigten auch, wie stark Kommunikation, Kultur und Zielgruppenansprache voneinander abhängen und wie wichtig es ist, Ländergrenzen nicht nur geografisch, sondern auch kulturell zu verstehen.
Dies unterstrichen auch Carolin Linusson-Brandt und Marie-Louis Schott von ESCHE SCHÜMANN COMMICHAU. Ihr Arbeitsalltag ist geprägt von der grenzübergreifenden Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachbereiche: Rechtsbeistand, Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung gehen bei ihnen Hand in Hand. Sie machten deutlich, dass dies insbesondere dann von Vorteil sei, wenn es um internationale Mandate gehe, die schnell komplex werden können:
„Mandanten haben eine genaue Vorstellung, wie es in ihren eigenen Ländern läuft: ‚Da muss es doch in Deutschland genauso laufen.‘ Und die Antwort ist meistens Nein. Hinzu kommen die sprachlichen und kulturellen Verschiedenheiten. All das mündet dann leider häufig, wenn man es nicht richtig macht, in Haftungsrisiken für das Management. Und wir wollen natürlich versuchen, genau das zu vermeiden.“
Kerstin Fuchs von Numeris Consulting teilte Erkenntnisse aus ihrer langjährigen Erfahrung bei der schwedischen Bank Handelsbanken sowie ihrer heutigen Tätigkeit und betonte die Bedeutung gegenseitigen Entgegenkommens: „Ich bin davon überzeugt, dass erfolgreiche Kooperation tatsächlich am besten klappt, wenn man gegenseitiges Verständnis aufbaut. Viele kulturelle Unterschiede, die sich auf die Arbeitswelt auswirken, haben auch einen historischen Hintergrund.“
Ein weiteres Beispiel für grenzübergreifende Zusammenarbeit lieferten Kajsa Hedberg und Annika Kleine von Baltic Cable. Sie stellten vor, wie sie mit ihrem Unterwasserkabel die Grenzen durch die Ostsee im wörtlichen Sinn überwinden, und schlugen den Bogen von technischer Infrastruktur hin zu europäischer Zusammenarbeit.
„Flexibilität, Zusammenarbeit und Resilienz sind entscheidend für ein wettbewerbsfähiges Europa sowie für eine grüne und sichere Zukunft. Dafür braucht es mehr grenzüberschreitende Vernetzungen wie die deutsch-schwedische Partnerschaft.“
Einen besonderen Akzent setzte Nicholas Ruholl von Business Sweden, der erstmals die Resultate der Business Climate Survey 2026 präsentierte, an der viele der Mitgliedsunternehmen der Kammer beteiligt waren.
„Im Geschäftsklima zeigen sich vorsichtige Verbesserungen, auch wenn die Voraussetzungen für ein stärkeres Wirtschaftsklima derzeit nicht optimal sind. Besonders im Bereich Digitalisierung besteht in Deutschland Nachholbedarf – ein Blick über die Grenze nach Schweden lohnt sich“, resümierte er.
Mit diesem Beitrag erhielt der Zukunftstag nicht nur eine inhaltliche, sondern auch eine datenbasierte Perspektive. Der Vortrag verband aktuelle Stimmungsbilder aus der Wirtschaft mit einem klaren Appell, voneinander zu lernen und Kooperation als strategische Stärke zu begreifen. Erfahren Sie hier mehr über die Resultate.
Sommerempfang über den Dächern der HafenCity
Ganz im Sinne des Mottos wechselten die Gäste nach den inhaltlichen Impulsen die Location und fanden sich nach nur wenigen Gehminuten auf der Dachterrasse von Numeris Consulting zum Sommerempfang wieder. Das Wetter spielte mit, und so konnten die BesucherInnen bei bestem Blick auf die Elbphilharmonie den Abend in entspannter Atmosphäre genießen.
Auch hatten sie bei Numeris die Möglichkeit, die Zukunftsausstellung zu besuchen: Mit Beiträgen von WHITE Arkitekter gemeinsam mit rabe landschaften, Proact sowie B&E Autonova zusammen mit Volvo wurde die Vielfalt der Mitgliedsunternehmen sichtbar. Die direkten Gespräche am Stand schufen einen niedrigschwelligen und direkten Austausch zu den Unternehmen. Für Mitglieder gab es am Kammerstand zudem ein besonderes Souvenir: Sticker, mit denen die Zugehörigkeit zur Kammer und die deutsch-schwedische Verbundenheit auch nach außen sichtbar gemacht werden kann. Weitere Merchandise-Artikel sind bereits in Planung.
Willkommen in der skandinavischsten Stadt Deutschlands
Die offizielle Eröffnung des Empfangs wurde von mehreren Grußworten begleitet.
„Das Thema des heutigen Tages, Crossing Borders, hat in vielen Aspekten gezeigt, wie wichtig es ist, unsere beiden Länder zu verbinden. Die Schwedische Handelskammer ist hierfür ein besonderes Beispiel, weil sie ein vertrauensvolles branchenübergreifendes Netzwerk bietet, welches schwedische Innovationskraft mit deutscher Strukturiertheit harmonisch vereint“, begrüßte Dr. Maria Wolleh die Gäste.
Es folgten als Gastgeberin des Sommerempfangs Kerstin Fuchs von Numeris Consulting sowie als Vertreterin der Schwedischen Botschaft Katarina Szécsi Åsbrink nebst Dr. Sven I. Oksaar, Honorarkonsul des Königreichs Schweden für Hamburg. Eine besondere Ehre war die Anwesenheit des Hamburger Finanzsenators, Dr. Andreas Dressel, der sich ebenfalls an die deutsch-schwedischen Gäste richtete: „Hamburg gilt als die skandinavischste Stadt Deutschlands – das ist ein gutes Fundament, um gemeinsam Business zu machen.“ Dies zeigte einmal mehr, warum das Format des Zukunftstags unter diesem Motto genau in der richtigen Stadt gelandet ist.
Ausklang mit Genuss
Auch kulinarisch blieb der Abend dem Überschreiten von Grenzen treu. Für die Verpflegung sorgte Wild Scandinavian Cooking ASKÅ, die moderne skandinavische Küche mit traditioneller Kochkunst verbindet. Musikalisch untermalt wurde der Abend durch das deutsch-schwedische Trio Lillördag.
So endete ein Veranstaltungstag der besonderen Art, der die Vielfalt der Kammer abbildete und ihren kooperativen Geist nach außen trug. Das Team der Geschäftsstelle bedankt sich bei allen Speakerinnen und Speakern, SponsorInnen, Gastgeberinnen und Gastgebern sowie den zahlreichen Gästen, die den Zukunftstag und Sommerempfang mit Leben gefüllt haben.
