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News
26.11.2020

// JULKALENDER – Adventsüberraschungen für Mitglieder

Die Adventszeit typisch schwedisch einläuten: Das können alle Mitglieder mit den Gewinnen im Julkalender der Schwedischen Handelskammer.  Ab dem 1. Dezember bis zum Heiligabend verlosen wir unter den teilnehmenden Kammermitgliedern täglich eine Überraschung. Gefüllt wurden die „Türchen“ unseres Adventskalenders von einer Vielzahl an Mitgliedsunternehmen, die hochwertige Geschenke beigesteuert haben.

Was Sie dafür tun müssen, um in den Lostopf zu gelangen? Registrieren können sich alle Mitglieder der Schwedischen Handelskammer, dazu zählen auch alle Mitarbeiter der Mitgliedsunternehmen. Hierzu müssen Sie lediglich das Teilnahmeformular ausfüllen und schon haben Sie die Chance, einen der ganz besonderen Weihnachtsgewinne zu ergattern. 

ZUM TEILNAHMEFORMULAR

Leiten Sie diese Aktion gern auch an Ihre Kolleginnen und Kollegen im Unternehmen weiter. Die Auslosung erfolgt täglich auf unserer Facebookseite. Der Gewinner/die Gewinnerin wird selbstverständlich auch separat per E-Mail von uns benachrichtigt.

Allen Teilnehmenden wünschen wir schon jetzt viel Erfolg und allen Mitgliedern eine schöne Weihnachtszeit!


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19.11.2020

// 50+ - DER HEIMLICHE WIRTSCHAFTSMOTOR

Der alte Mensch als schwache, einsame Person, die fast nie das Haus verlässt und Pfandflaschen sammelt, um zu überleben – dieses Klischee könnte nicht ferner der Realität sein. Zumindest gilt das für die 3,5 Millionen Schweden, die mit über 50 als alt gelten. Oder galten – denn in den letzten Jahrzehnten hat sich das Ältersein gewandelt und eine neue Zielgruppe ist entstanden. Sie hat viele Namen: Best Ager, Silver Ager, das Graue Gold, Silver Surfer. Doch der Fokus dieser Bezeichnungen liegt auf dem gleichen Merkmal: Die besten Jahre fangen jetzt erst an. Die Älteren sind aktiver denn je, Gesundheit und Fitness bleiben viel länger erhalten und die neuen Sprichwörter lauten: „50 ist das neue 30“ und „70 ist das neue 50“.

Diese Best Ager sind Menschen mit viel Freizeit: Die Kinder haben (hoffentlich) das Nest verlassen und nach vielen Jahren Arbeit hat man vielleicht auch eine komfortable finanzielle Situation erreicht. Sie besitzen in Schweden 70 % der persönlichen Vermögen. Außerdem sind die Best Ager gesund. Laut Sifo, dem größten Marktforschungsinstitut Schwedens, erfreuen sich 54 % der Personen zwischen 56-79 bester Gesundheit. Die Jüngeren schneiden da schlechter ab, von den 35- bis 55-Jährigen sind nur 46 % so gesund.

Gesund, frei, reich – Best Ager sind die Kaufkraft Schwedens. Der Mehrheit geht es ökonomisch besser im Alter. Laut einer Untersuchung der schwedischen Statistikbehörde hatten 57 % der Rentner eine bessere persönliche Finanzlage als in der Zeit ihrer Berufstätigkeit. Dass dieses Geld nur gespart wird, ist ein Trugschluss. Oft haben die Eltern der heutigen Best Ager für sie vorgesorgt und gespart. Manche führen diese Tradition für die eigenen Kinder fort, viele aber wollen im Hier und Jetzt leben – und geben das Gesparte aus. Die schwedische Vernunftstradition, der Kern des schwedischen folkhemmet („Volksheim“), mit ihrer Betonung des rationalen Lebensstils wird abgelöst durch den Wunsch nach aufregenden Erlebnissen, die auch etwas kosten dürfen.

Viel Geld für Reisen und Erlebnisse

Hoch im Kurs steht deshalb das Reisen bei den Best Agern. Eine (vor Corona durchgeführte) Untersuchung des Instituts Smart Senior zeigt, dass die Senioren allein innerhalb des vorletzten Jahres ihre Reiseausgaben von 7 Milliarden auf 8,6 Milliarden Euro gesteigert haben. Mehr als ein Drittel gibt an, dass sie mehr Geld für Reisen ausgeben, 40 % reisen zwei- oder dreimal im Jahr ins Ausland. „Die Senioren Schwedens reisen mehr denn je und es erhöht sich jedes Jahr. Unsere Untersuchung zeigt, dass die Senioren – die kaufkräftigste Gruppe Schwedens – Erlebnisse und Reisen lieben. Sie haben Zeit, die Reisegewohnheit und die ökonomischen Voraussetzungen dafür“, sagt Mathias Lang, Geschäftsführer bei Smart Senior.

Doch nicht nur der Tourismus, auch die Kulturbranche profitiert von den aktiven Alten. Sie besuchen, Theater, Kino und Oper. Ein Drittel der schwedischen Theaterbesucher gehört zu den Best Agern und 85 % lesen jeden Tag eine Zeitung in der Papierform. Folglich versuchen viele Unternehmen, die Generation 50+ als Kunden zu gewinnen. Denn die Best Ager bleiben oft einer Firma oder Marke treu und folgen nicht jedem Marketingtrend. Das große schwedische Kaufhaus Åhléns sprach in seiner Werbekampagne „Gränslös“ (grenzenlos) die Zielgruppe direkt an und setzte nur ältere Models ein. Die Botschaft der Kampagne war deutlich: Mode ist jenseits vermeintlicher Normen und Regeln für alle Altersgruppen da.

Unternehmen brauchen die „Alten“

Auch der Arbeitsmarkt verändert sich durch die Best Ager. Als 1913 die schwedische „Volkspension“ eingeführt wurde, lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei 60 Jahren und das Pensionsalter bei 67. Heute leben die Schweden durchschnittlich bis zu 23 Jahre länger. Die Bevölkerungspyramide ist keine Pyramide mehr, sondern ein Turm. Die Statistikbehörde SCB prognostiziert, dass im Jahr 2070 die durchschnittliche Lebenserwartung für Frauen in Schweden 89,3 Jahre betragen wird, eine Steigerung um 5,2 Jahre, und für Männer 87,3, das sind 6,6 Jahre mehr als heute.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung prognostizierte der frühere schwedische Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt, dass die Schweden in Zukunft bis zum 75. Lebensjahr arbeiten müssen. Doch als älterer Mensch einen Job zu finden, ist oft schwierig. In Schweden dominiert die Jugendkultur. Über 50-Jährige sind selten in den Medien vertreten und wenn, dann nur als zwei Extreme porträtiert: entweder ein kraftloser, fragiler Mensch oder ein Marathonläufer. Das alte Bild der Lebenstreppe scheint noch das Bewusstsein vieler Medienschaffenden zu beherrschen. Die Lebenstreppe war ein verbreitetes Bildmotiv vom 17. bis 19. Jahrhundert, das den Verlauf des menschlichen Lebens bildhaft darstellte. Das Motiv ist ein Auf und Ab als Treppensteigen: Bis 50 Jahre steigt die Treppe und ab 50 Jahre senkt sie sich immer schneller ab. Das Alter ab 50 wird also wie ein Verfall dargestellt.

Foto: Susanne Walström/imagebank.sweden.se

Mit der Wirklichkeit hat die Lebenstreppe nicht mehr viel zu tun. Studien zeigen, dass wir ab 50 oft ein höheres Engagement im Job sehen, ein gesteigertes Gefühl von Teilhabe, weniger Stress und mehr Gelassenheit und weniger Arbeitsausfälle wegen Krankheit. 80 % der Best Ager sind hoch motiviert, im Vergleich zu 67 % der 25-Jährigen. Wissenschaftler an der Internationalen Hochschule in Jönköping haben elf Jahre lang 350.000 Firmen im Hinblick auf das Alter des Personals untersucht. „Es gibt vermutlich einen ergänzenden Effekt, der positiv für die Unternehmer ist, die die älteren Personen anstellen. Die Jüngeren bringen zum Beispiel Energie, Risikowillen und Ideen mit, während die Älteren Erfahrungen, Fähigkeiten und Kontakte einbringen. Die verschiedenen Altersgruppen ergänzen einander“, sagt Mikaela Backmann, Forscherin an der Internationalen Handelshochschule in Jönköping.

Das Fazit: Firmen mit älteren Angestellten überleben Krisen eher. Es zeigt sich also: Unternehmen, die verkaufen wollen und erfolgreiche Teams brauchen, müssen ihre Sichtweise aufs Alter ändern. Denn die Best Ager gehören noch lange nicht zum alten Eisen.

Von Alexander Roth

 

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Schwedischer UnternehmenspreisSeit 2003 wird der Schwedische Unternehmenspreis in Deutschland vergeben. Schwedische Unternehmen, die erfolgreich in Deutschland Wurzeln geschlagen haben, haben gute Chancen auf den Preis, der in drei Kategorien vergeben wird. Finden Sie hier alle Informationen rund um Bewerbung und Verleihung, das aktuelle Programm sowie ein umfassendes Bilderarchiv der vergangenen Jahre.  Mehr