
Der Erfahrungsaustausch über Personalführung in international operierenden Unternehmen stand im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung des neuen Gesprächskreises Human Resources der Schwedischen Handelskammer am 30. September 2009 in Düsseldorf.
Henriette Krämer, Director Human Resources Central Europe der CARDO Gruppe, berichtete zunächst über die Personalentwicklung in ihrem Hause, das rund 6.000 Mitarbeiter in dreißig Ländern beschäftigt und intern der Frage nach gemeinsamen, grundlegenden Werten im Unternehmen nachgeht. In der konkreten Personalarbeit bedeutet dies, eine Kultur aufrichtiger Personalgespräche zu entwickeln. Henriette Krämer betonte, dass es Klarheit und Mut erfordere, eine solche Feedback-Kultur zu schaffen. Entscheidend sei zudem, deutlich sein zu können und es zu wagen, tatsächlich aufrichtig zu kommunizieren.
Dr. Christian Bloth von Mannheimer Swartling knüpfte an die unterschiedlichen Kommunikationsgewohnheiten an und ging dann auf die besonderen Anforderungen ein, die in der Praxis aus dem deutschen Arbeitsrecht erwachsen. So wies er darauf hin, wie wichtig es sei, dass Arbeitgeber möglichst konstruktiv mit Betriebsräten zusammenarbeiten. Nicht erfüllte formale Vorgaben führten ansonsten schnell in zeit- und kostenintensive gerichtliche Auseinandersetzungen.
Thomas Ryberg von Ryberg Consulting schlug anschließend den Bogen zurück zum Thema Werte. Die Teilnehmer bildeten dabei Gruppen („Skandinavier“, „Deutsche“, „Frauen“ und „Männer“), benannten konkrete Werte und ordneten sie nach Wichtigkeit auf einer Tafel an. Es zeigte sich beispielsweise, dass Ordnung und Pünktlichkeit in Deutschland nach wie vor einen besonderen Stellenwert haben und Werte allgemein für Männer geringere Bedeutung haben als für Frauen.
Abschließend präsentierte die Geschäftsführerin der Handelskammer Gabriele Eckert die aktuellen Überlegungen zu einem neuen Trainee-Programm der Schwedischen Handelskammer. Vor dem Hintergrund der hohen Arbeitslosigkeit gerade unter jungen Menschen in Schweden und des sich abzeichnenden Fachkräftemangels hierzulande soll es jungen Schweden zusätzliche Möglichkeiten eröffnen, auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Derzeit werden für das Projekt noch konkrete Kooperationspartner sowohl in Schweden als auch in Deutschland gesucht.
Mit ihren Erfahrungen aus der Praxis, ihrer Offenheit und Diskussionsbereitschaft ließen die rund 30 Teilnehmer den Gesprächskreis zu einem lebendigen Forum werden, das nach gemeinsamer Auffassung eine Fortsetzung finden soll. Die nächste Veranstaltung des Gesprächskreises ist für Freitag, den 7. Mai 2010 in Stuttgart geplant.
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