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// 5 Fragen an Michael Mette:
„Wir sehen in Deutschland noch großes Wachstumspotenial.“

IKEA ist eines der umsatzstärksten schwedischen Unternehmen in Deutschland. Der stellvertretende Geschäftsführer der IKEA Deutschland GmbH Michael Mette sieht in Deutschland noch großes Wachstumspotential für sein Unternehmen. In einem Interview mit Schweden Aktuell gab das Vorstandsmitglied der Schwedischen Handelskammer einen Ausblick auf die Zukunftspläne von IKEA für den deutschen Markt.

Bei der Unternehmenspreisverleihung hat IKEA-Präsident Peter Agnefjäll die ambitionierten Wachstumspläne auf dem Weltmarkt vorgestellt. Wieviel Umsatz haben Sie im vergangenen Jahr gemacht und wie stark möchte IKEA Deutschland in den nächsten Jahren wachsen?
Unsere Vision ist es, den vielen Menschen einen besseren Alltag zu schaffen. Heute besuchen rund 100 Mio. Menschen jährlich unsere Einrichtungshäuser in Deutschland, rund 217 Mio. Menschen besuchen unsere deutsche Website.  Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten wir einen Gesamtumsatz von 4,435 Milliarden Euro erzielen. Damit haben wir als stärkstes Verkaufsland rund 14?% zum weltweiten Umsatz des IKEA Konzern beigetragen. Wir sehen in Deutschland noch großes  Wachstumspotenzial: Unseren bisherigen Marktanteil von rund  15 % am deutschen Möbelmarkt wollen wir ausbauen und mittelfristig streben wir einen Umsatz von 8 Milliarden in Deutschland an.

Wieviele IKEA-Häuser gibt es heute und wo wird es neue Standorte geben?
Heute haben wir 50 Einrichtungshäuser in Deutschland, ein weiteres befindet sich in Bau (Wuppertal) und für 2017 planen wir drei Neueröffnungen (Wetzlar, Karlsruhe, Magdeburg). Unser Ziel sind rund 70 Einrichtungshäuser in Deutschland, denn wir möchten für die Kunden innerhalb von 20 bis 40 Minuten Fahrzeit erreichbar sein. Heute arbeiten wir in Deutschland auch mit neuen Store-Formaten: So haben wir in Altona seit knapp zwei Jahren das erste IKEA Haus in einer Fußgängerzone in Betrieb. Und in Kaiserlautern arbeiten wir mit einem neuen Format, das eine ganz neue Innenaufteilung und damit auch andere Wegeführung hat, als man das bisher kannte.

IKEA ist ja geradezu zu einem Synonym Schwedens geworden. Was macht für Sie dieses „Schwedischsein“ heute aus?
Ich denke, das Schwedischsein kommt zum einen über unsere Unternehmenskultur, zum anderen über unsere Produkte zum Ausdruck. Wir sind ein werte-basiertes Unternehmen und achten darauf, dass unsere Mitarbeiter diese Werte teilen. Das beginnt schon bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter, kommt aber auch in der Art, wie wir zusammenarbeiten und wie wir Mitarbeiter führen, fördern und in ihrer persönlichen Entwicklung unterstützen, zum Ausdruck. Unsere Produkte werden von unseren eigenen Designern in Schweden nach dem Prinzip des „Democratic Design“ entwickelt. Das heißt, sie müssen in fünf Dimensionen überzeugen, um ins Sortiment aufgenommen zu werden: Ein neues Produkt muss nicht nur schön, funktional, nachhaltig und qualitativ hochwertig sein, sondern auch zu einem günstigen Preis angeboten werden können – dies in Kombination mit typisch schwedischen Stilelementen macht unser Angebot einzigartig und unverwechselbar.

Wie steht IKEA zu Kooperationen mit anderen schwedischen Unternehmen in Deutschland?
Sicher können sie sich vorstellen, wie viele Kooperations-Anfragen IKEA bekommt. Aus diesem Grund sind wir mit Kooperationen grundsätzlich sehr zurückhaltend.  Allerdings gehen unsere Einrichtungshäuser auf den lokalen Märkten hin und wieder Kooperationen an, um zum Beispiel unseren Family-Kunden attraktive Angebote machen zu können.

Wie wichtig ist für IKEA der Onlineverkauf – und was denken Sie, wie sich dieser Absatzweg in den kommenden Jahren entwickelt?
Ikea verfolgt eine Multichannel-Strategie. Unser Ziel ist es, den Kunden überall dort zu treffen, wo er uns treffen möchte: Das kann im Einrichtungshaus sein, das kann aber auch der Katalog oder das Smartphone sein. Die Kombination aus Online- und stationärem Handel ermöglicht unseren Kunden ein nahtloses Einkaufserlebnis. So stellen wir z.B. fest, dass E-Commerce am stärksten genutzt wird im Einzugsbereich unserer Einrichtungshäuser. Inzwischen nutzen beispielsweise Kunden die Angebote, die speziell das Einrichtungshaus bieten kann, wie persönliche Beratung, freundliche Atmosphäre, inspirierende Ideen, Probesitzen, das Restaurant, etc.  und bestellen dann bequem von Zuhause aus. Natürlich gibt es auch den umgekehrten Fall, dass Kunden sich vorab über Katalog, Broschüren und online ausgiebig informiert haben und dann ins Haus kommen, um hier zu kaufen und die Waren direkt mitzunehmen. Auf jeden Fall sehen wir im Online Handel großes Potenzial und die perfekte Ergänzung zum stationären Handel.