Zurück

// Deutschland ist für die Swedish Chambers International ein bedeutender Partner

Maria RankkaVor fünf Jahren bekam Maria Rankka den Auftrag, eine Hundertjährige neu zu beleben. „Kurz gesagt sollte ich das behalten, was gut war, und das verändern, was schlecht lief“, sagt Maria, die damals als Geschäftsführerin der Anfang des 20. Jahrhunderts gegründeten Stockholmer Handelskammer antrat. Zwei Jahre später nahm sie außerdem ihre Arbeit als Vorsitzende der Swedish Chambers International (SCI) auf, als die Stockholmer Handelskammer den Auftrag annahm, die SCI aufzufrischen und die zentrale Anlaufstelle für die schwedischen Handelskammern im Ausland zu werden. Im Interview mit Schweden Aktuell beschreibt Maria Rankka die Rolle der schwedischen Handelskammern im Ausland und erklärt, warum gerade Deutschland im Vorstand der SCI gern gesehen ist.

Auch wenn die 26 Mitgliedskammern der SCI alle als selbstständige Organisationen arbeiten, haben sie viel gemeinsam. Unter anderem eine gemeinsame Marke, zum Teil gemeinsame Aufgaben und sogar einige gemeinsame Mitglieder. Dem funktionierenden Netzwerk wird deshalb eine hohe Relevanz beigemessen. Die Arbeit der SCI begründet sich im Ziel, das Netzwerk der bilateralen Handelskammern zu unterstützten. Maria Rankka konzentriert sich seit ihrem Antritt besonders darauf, dass die Handelskammern jeweils ihr Mindestniveau in der operativen Arbeit erhöhen können. „Der Verein fungiert großteils als ein Forum, um gemeinsame Probleme zu diskutieren, bewährte Lösungen vorzustellen und soll zur gegenseitigen Inspiration und in manchen Fällen auch zu gemeinsamen Aktionen beitragen“, meint Maria.

Der Vorstand der SCI deckt geographisch verschiedenste Teile der Welt ab. Bei der Jahresmitgliederversammelung 2015 wurde Thomas Ryberg, Präsident der Schwedischen Handelskammer in Deutschland, in den Vorstand gewählt. „Für uns ist es sehr wichtig, dass Deutschland als Schwedens wichtigster Handelspartner dabei ist“, sagt Maria Rankka. „Deutschland ist ein bedeutender Markt für schwedische Unternehmen“.


Digitalisierung und internationaler Handel als Chance für KMUs

Die schwedischen Handelskammern repräsentieren die schwedische Wirtschaft im Ausland und vertreten dabei auch die  Marke Schweden. Die Herausforderungen und Aufgaben variieren dabei teilweise aus geographischen Gründen und auch je nachdem, wie lange die betreffende Kammer schon aktiv ist. Sowohl aus den Unterschieden als auch den Gemeinsamkeiten ziehen die Mitglieder der SCI Lehren.

„Die Arbeit für die schwedischen Handelskammern im Ausland ist weiterhin von großer Bedeutung für Schweden, das vom Handel abhängig ist. Die Herausforderung für die kommenden Jahre besteht darin, dass der Welthandel sich von der Wirtschaftskrise 2008 erholen muss. Beispielsweise könnte ein Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA dazu beitragen, den Handel zwischen den zwei größten Wirtschaftsmärkten der Welt anzukurbeln“, erklärt Maria.

Für Maria Rankka stellt der internationale Handel eine Chance besonders für kleine und mittelständische Unternehmen dar. In dieser Kategorie sieht sie weiterhin großes Potential für einen Einstieg in grenzüberschreitende Geschäfte. Die Digitalisierung beeinflusst das Konsumverhalten und damit auch Unternehmen, was für manche Betriebe bedeuten kann, sofort global zu handeln. „In dieser Entwicklung haben die schwedischen Auslandshandelskammern weiter eine wichtige Aufgabe, den Unternehmen mit ihrem Kontaktnetz und ihrer Kenntnis über verschiedene Märkte behilflich zu sein. Gleichzeitig brauchen wir auch die Stimmen der Kammern in der wirtschaftlichen  Debatte, zum Beispiel, das Freihandelsabkommen betreffend“.  

Durch ihre vielseitige Karriere schlüpft Maria Rankka mühelos  in verschiedene Rollen. „Ich habe bei allem, was ich bisher gemacht habe, Erfahrungen gesammelt. Jede neue Position in  verschiedenen Bereichen hat mir geholfen, mich heute souverän  und sicher in meiner Arbeit zu fühlen“. Maria hat bereits diverse  Publikationen veröffentlicht und am 12. November erscheint ihr neues Buch „Framgångsföretagandets nya geografi“, das sie zusammen mit Dr. Nima Sanandaji geschrieben hat. Das Buch beschäftigt sich mit der globalen Verlagerung, die dazu beigetragen hat, dass mehrere Weltmarktführer nicht mehr in Westeuropa oder den USA angesiedelt sind.
Es läge nahe, Maria Rankka als Expertin für internationalen Handel und Schwedens Platz in der Weltwirtschaft zu betiteln. Sie selbst sieht sich jedoch eher als Generalistin: „Ich kann jeweils ein wenig aus ziemlich vielen Bereichen“.

Das Gespräch führte Jessica Strååt.