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Piet Leys, Geschäftsführer Atlas Copco Deutschland

Nach fast drei Jahrzehnten bei Atlas Copco geht der Geschäftsführer Piet Leys in den Ruhestand. In der Mitgliederzeitschrift der Handelskammer, "Schweden Aktuell", sprach er über Deutschland als Markt für Atlas Copco, Respekt und Offenheit bei kulturelle Differenzen und sein größtes Hobby.

// „Offenheit, Respekt, Anpassungsfähigkeit“

5 Fragen an:

Piet Leys, Geschäftsführer Atlas Copco Deutschland

Herr Leys, nach 29 Jahren bei Atlas Copco gehen Sie nun in den Ruhestand. Wenn Sie einmal auf 1986 zurückblicken, als Sie bei Atlas Copco begannen: was sind die gravierendsten Unterschiede zwischen der Situation damals und heute?

Piet Leys: Viele Dinge haben sich geändert, aber besonders auffallend sind die Expansion des Unternehmens und die Rentabilität. Nehmen wir beispielsweise die Börsenkapitalisierung: Niemand hat vor 30 Jahren daran gedacht, dass sich die in solchem Umfang entwickeln würde. Diverse Übernahmen haben dies natürlich unterstützt, aber auch unsere gesteigerte Präsenz in unterschiedlichen Märkten, angestammten wie neuen, hat dies verstärkt. Im Fokus stand die technische Entwicklung in Verbindung mit einem immer besseren Verständnis für die Bedürfnisse unserer Kunden. Der Kundendienst nimmt einen immer größer werdenden Part unserer Arbeit ein. Unser Ansatz, unsere Mitarbeiter ihre eigenen Karrierewege gehen zu lassen, ist ebenfalls ein entscheidender Punkt der Entwicklungen in dieser Zeit. Die Vielfalt ist heute in jeder Hinsicht weit entwickelt.

Was waren die spannendsten Herausforderungen für Sie?

Piet Leys: Dass ich viele unterschiedliche Aufgaben in unterschiedlichen Ländern übernehmen und so meine Kompetenzen und Erfahrungen ständig entwickeln konnte. In Spanien war es zum Beispiel unumgänglich, Spanisch zu sprechen. Spanisch wurde also zu meiner fünften Fremdsprache. In Schweden jedoch ist es tatsächlich schwierig, Schwedisch zu lernen, da Englisch so üblich ist. In den letzten Jahren meiner Karriere war es auch eine befriedigende Aufgabe, die Menschen dabei zu unterstützen, ihren Horizont zu erweitern und ihre persönliche Entwicklung zu fördern.

Wenn wir Deutschland aus einer globalen Perspektive betrachten: ist es ein stabiler oder sogar wachsender Markt für Atlas Copco? Und was sind die interessantesten Märkte für die Zukunft?

Piet Leys: Deutschland ist für Atlas Copco in verschiedenen Branchen und Industriezweigen ein ganz wichtiger Markt und wird dies auch ohne Zweifel bleiben. Die Gruppe ist aber wirklich in alle Teile der Welt expandiert. Als ich begann, spielte sich mehr als die Hälfte des Geschäftes in Europa ab. Heute ist unser Geschäft tatsächlich global mit Aktivitäten in mehr als 180 Ländern. Wir haben inzwischen in mehr als 90 Ländern eigene Gesellschaften.

Sie sind gebürtiger Belgier und haben in sehr unterschiedlichen Ländern wie Südafrika, Schweden, Spanien und jetzt in Deutschland gearbeitet. Wie sind Sie mit den kulturellen Unterschieden umgegangen und wie haben Sie diese erfahren?

Piet Leys: Ich glaube, dass vieles mit einer Geisteshaltung der Offenheit und des Respekts zusammen hängt. Außerdem sollte man sich schnell anpassen können. Auch das Können der jeweiligen Fremdsprachen lässt einen tieferen Einblick in die andere Kultur zu.

Wie beschreiben Sie die schwedischen Einflüsse auf die Unternehmenskultur von Atlas Copco in Deutschland?

Piet Leys: Ich glaube fest an den Wert einer echten „Geschäftskultur“ – und gerade dies ist ein Bereich, in dem schwedische Unternehmen führend sind.

Piet Leys, Geschäftsführer Atlas CopcoKurzprofil:

  • geboren 1950 in Brugge, Belgien
  • Ausbildung: Wirtschaftswissenschaften und ein Master der Vlerick  Business School in Gent, Belgien
  • Karriere: 10 Jahre bei der Fortis Bank und 30 Jahre bei Atlas Copco  (davon 10 in Belgien, 10 in Südafrika, 4 in Spanien, 3 in Schweden und 3 in Deutschland)
  • privat: Klassische Musik ist meine große Leidenschaft